Tiergespräche

Situationen aus meiner Praxis … Sabine Graber

Die verlorene Katze

„Die Freundin meiner Tochter bat mich vor Kurzem, mit einer kleinen Katze zu sprechen, die wiederum einer Freundin von ihr gehörte und seit zwei Tagen verschwunden war. Ich hatte nur ein kleines Foto und kannte nicht einmal den Namen des Tieres, auch die Familie und deren Wohnort waren mir völlig unbekannt. Trotzdem bekam ich sofort Kontakt zu der kleinen Katze: Sie hatte panische Angst und konnte vor Aufregung und auch vor Freude darüber, Kontakt mit mir zu haben, kaum atmen. Ich beruhigte sie und bat sie, mir genau zu erklären, wo sie sei. Sie beschrieb mir genau den Weg, den sie von zuhause gegangen war, und den Keller eines benachbarten Hauses sowie die Außentreppe und den Eingang, den sie benutzte. Sie saß im aufgestapelten Holz und wollte nur nach Hause. Meine Tochter gab die Angaben an die Freundin weiter, und zehn Minuten später bekamen wir den erlösenden Anruf. Die kleine Mieze konnte sich daheim in den Armen der Besitzerin von den Strapazen erholen, und alle waren glücklich über diesen Ausgang.“

Feuer im Stall

„Zu unserer Familie gehört eine junge Stute. Einige Zeit nach dem Absetzen von der Mutterstute geriet sie plötzlich jedes Mal in Panik, wenn wir den sicheren Stall auch nur für einige Meter mit ihr verließen. Man konnte die Angst in ihren Augen sehen, obwohl die anderen Pferde in Sicht- und Rufweite waren. Sie bockte wild, versuchte sich loszureißen und wollte sofort wieder in den Stall. Sie wich mir aber immer aus bei der Frage nach dem „Warum“. Ich holte mir die Hilfe von Frau Bucher, und mit ihr konnte sie auch über ihre Angst sprechen. Es stellte sich heraus, dass sie in einem früheren Leben bei einem Feuer im Stall umgekommen war. Die anderen Pferde konnten noch gerettet werden, doch sie blieb allein zurück. Aus diesem Grund hatte sie panische Angst, von den anderen Pferden wegzugehen. Durch das Gespräch war sie bereits am nächsten Tag wie ausgewechselt, sie konnte ihr Trauma lösen und die Angst bewältigen. Sie wollte meine Seele vor dem Bild mit ihr im Feuer schützen und ging deshalb meiner Frage vor was sie so Angst habe, ständig aus dem Weg. Nun haben wir beide wieder Vertrauen zueinander, und sie geht überall mit mir hin.“

Die griechischen Zikaden

„Bei unserem Griechenland-Urlaub im letzten Sommer gab es in den Pinien gerade eine gewaltige Zikaden-Plage. Die Zikaden verursachten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang einen Höllenlärm. Da es zu gewissen Zeiten schon etwas nervig war, bat meine Familie mich, etwas gegen den Lärm zu unternehmen, war aber doch etwas skeptisch, da es ja Tausende von Insekten waren, die da in den Bäumen zirpten. Einen Versuch war es wert, und ich nahm Kontakt zu den Tierchen auf. Und siehe da, ich konnte sie überzeugen, wenigstens mittags  eine halbe Stunde Pause einzulegen - wie auf Knopfdruck war es plötzlich totenstill. Meine Familie konnte es nicht fassen, und ich war selbst auch überrascht. Dies übten wir täglich, und es funktionierte jedes Mal, auch zu unterschiedlichen Zeiten.  Also auch diese Tiere kann man überzeugen, Kompromisse einzugehen.